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Artikel 2021

12/2022

Online Shoppen über Vermittlerdienste

Wie funktioniert das Bezahlen über PayPal, Ratepay oder Klarna? Vermittlerdienste nutzen heißt, den Zahlungsvorgang nicht direkt zwischen den Bankkonten von Verkäufer:in und Kund:in abzuwickeln, sondern über Umwege. Der zwischengeschaltete Zahlungsdienst stellt dafür selbst Benutzerkonten bereit und wickelt den Kaufbetrag anschließend über das Girokonto oder die Kreditkarte ab.

 

Welche Vermittlerdienste gibt es?

Das Anbieterfeld ist ständig in Bewegung. Neben Start-Ups drängen zum Beispiel auch die favorisierten Bezahldienste anderer Länder in den deutschen Markt. Sämtliche Internet-Bezahldienste unterliegen der Finanzaufsicht BaFin.

Zu den hierzulande meistgenutzten Vermittlerdiensten gehören:

1. PayPal
Allein in Deutschland nutzen fast 30 Millionen Verbraucher PayPal. Der Dienst wurde ursprünglich exklusiv für ebay entwickelt. Heute akzeptieren etwa 900 der größten Onlineshops Deutschlands diese Bezahlung.

2. Ratepay
Das Berliner Unternehmen organisiert das Zahlungsgeschäft für große Onlinehändler:innen und Marktplätze. Für die Konsument:innen stellt Ratepay diverse Zahlungsarten zur Wahl: Ratenzahlung mit sofortiger Online-Zusage, Rechnungskauf, Lastschrift und Vorkasse.

3. Klarna
Die User:innen können wählen, ob sie sofort bezahlen – per Kreditkarte, Lastschrift, Überweisung oder Sofortzahlung – oder ob sie erst die Lieferung abwarten wollen. Auch Ratenzahlung ist gegen Gebühren möglich.

4. Amazon Pay
Im eigenen Versandhandelsshop werden Zahlungen verarbeitet, und an dieser Infrastruktur können auch andere Händler:innen teilhaben. So können Verbraucher:innen mit nur einem Benutzerkonto sowohl bei Amazon als auch weiteren Onlineshops einkaufen. Die Kund:innen nutzen nur die Anmeldedaten fürs Amazon-Konto und bezahlen mit der dort hinterlegten Methode. Die Händler:innen erhalten das Geld, die Zahlungsdaten bleiben bei Amazon.

5. Sofortüberweisung.de
Funktioniert mit den gewohnten Online-Banking Daten und die
Bezahlung erfolgt unverzüglich per Überweisung. Es ist keine zusätzliche Registrierung beim Bezahldienst mit Benutzername und Passwort erforderlich. Die Kontodaten müssen nicht mehr bei jedem Onlineshop eingegeben werden. Die Kontodaten, PIN und TAN werden dem Bezahldienst preisgegeben.

6. Click to Pay
Das digitale Kreditkarten-Wallet Click to Pay ermöglicht es Käufer:innen, mit wenigen Klicks online oder In-App zu bezahlen. Internationale Finanzdienstleister:innen (Mastercard, Visa, American Express, Discover, JCB, China Union Pay) stellen diesen Service gemeinsam bereit. Die Kund:innen haben nur einmal ihre verschiedenen Zahlungskarten sowie Rechnungs- und Lieferadresse zu hinterlegen. Technologisch basiert Click to pay auf dem industriellen EMV® Secure Remote Commerce Standard (SRC) und der Scheme Token-Technologie.

7. Alipay
Das chinesische Onlinebezahlsystem der Alibaba Group ist mit mehr als 520 Millionen Nutzer:innen die weltweit größte Bezahl- und Lifestyle-Plattform. Alipay fungiert – auch auf Websites – im Prinzip als Treuhandkonto, welches das Geld verwaltet, bis die Transaktion mit der Warenlieferung abgeschlossen ist. Voraussetzung ist ein chinesisches Bankkonto.
Im Ausland erspart Alipay chinesischen Tourist:innen den Währungswechsel. Am POS-Terminal loggt sich die Nutzer:in in ihr Alipay Konto ein, dann generiert die App einen QR-Code, der an der Kasse gescannt und vom Alipay Konto abgebucht wird – in Deutschland ist dies bei ca. 2000 Einzelhändler:innen möglich.
Der Datenserver steht in China, staatliche Stellen können darauf zugreifen und die Auswertungen gehen außerordentlich weit über den EU Datenschutz hinaus.


Wie nutzt man Vermittlerdienste?

Voraussetzung ist in der Regel ein Benutzerkonto, das beim Bezahldienst eingerichtet werden muss und dessen Zugangsdaten sorgfältig zu schützen sind. Für diese Registrierung geben die Kund:innen neben persönlichen Adressdaten auch ihre Bankverbindung oder Kreditkartendaten an den Bezahldienst weiter. Manchmal lässt sich auch eine Prepaid-Kreditkarte hinterlegen. Für Käufer:innen ist die Nutzung meist kostenfrei, für Verkäufer:innen sind die unterschiedlichen Gebührenmodelle der Bezahldienste in der Regel komplexer.


Wie läuft die Zahlungsabwicklung bei Vermittlerdiensten genau?

Es gibt drei mögliche Organisationsformen der Zahlungsabwicklung mittels Bezahldienst:
1. Die Kund:innen geben beim Bezahldienst ihre Kontodaten an, diese werden vom Bezahldienst verifiziert. Fortan werden Ausgaben automatisch von diesem hinterlegten Konto abgebucht.
2. Die Kund:innen haben beim Bezahldienst ein virtuelles Konto, auf dem sie ihr Guthaben einzahlen. Davon begleicht der Bezahldienst die Einkäufe, indem er den Betrag aufs Konto der Verkäufer:innen überstellt.
3. Die Kund:innen werden vom Bezahldienst weitergeleitet zum Online-Banking-Portal ihrer Bank oder Sparkasse. Dort überweisen die Kund:innen ihre Einkaufssumme, während die Verkäufer:innen eine Zahlungsgarantie dieser Bank oder Sparkasse erhalten.


Sicherheitsaspekte

Sensible persönliche Daten der Kund:innen, Konto- oder Kreditkartennummern sind beim Bezahldienst hinterlegt. Dort ist die Zwei-Faktor-Authentisierung z.T. nicht standardmäßig umgesetzt (sog. White Listing), die im europäischen Bankensystem zum Schutz gegen Betrug gilt. Der Käuferschutz bleibt teils vage in seinen Formulierungen.

Auch Vermittlerdienste sind leider von betrügerischen Manipulationen betroffen. Hacking, Phishing, Smishing – die verschiedensten Methoden zielen meist auf die persönlichen Zugangsdaten.

 

Quellen:

https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/onlineshopping-profiteur-der-coronakrise-paypal-zaehlt-fast-30-millionen-nutzer-in-deutschland/26942486.html#:~:text=Per%20Ende%202020%20registrierte%20Paypal,mehr%20als%20vor%20f%C3%BCnf%20Jahren.

https://www.finanztip.de/online-banking/bezahlen-im-internet/

https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Online-Banking-Online-Shopping-und-mobil-bezahlen/Online-Shopping/Bezahlen-im-Internet/bezahlen-im-internet_node.html

https://www.manager-magazin.de/extra/artikel/a-181196.html