07/2026

Cybersicherheitsmonitor 2026.

Umfrage zur Cyberkriminalität in Deutschland von BSI und Polizei. Obwohl im vergangenen Jahr jede zehnte Person Opfer von Cyberkriminalität wurde, befassen sich viele Menschen kaum mit ihrer eigenen IT-Sicherheit.

Wie gut kennen und nutzen Verbraucherinnen und Verbraucher Schutzmaßnahmen für die Cybersicherheit? Wie häufig sind sie von Cyberkriminalität betroffen und welcher Schaden entsteht dabei? Für den Cybersicherheitsmonitor 2026 vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) wurden mehr als 3.000 Menschen in Deutschland befragt.

Im Vorjahr jede zehnte Person betroffen
Jede vierte Person wurde bereits mindestens einmal Opfer von Cyberkriminalität, allein im vergangenen Jahr traf es jede zehnte. Am häufigsten kam es dabei zu Betrug beim Online-Shopping (22 Prozent), gefolgt von Fremdzugriffen auf Online-Konten (14 Prozent), Betrug beim Online-Banking bzw. Missbrauch von Kontodaten (13 Prozent) und Phishing (12 Prozent). In 88 Prozent der Fälle entstand ein konkreter Schaden, wobei jede dritte betroffene Person einen finanziellen Verlust erlitt. Im Durchschnitt lag der Schaden bei 2.999 Euro, im typischen Einzelfall jedoch eher bei 250 Euro (Median).

Großes Interesse an Tipps für den Ernstfall
Über die Hälfte der Befragten informiert sich zumindest gelegentlich über Cybersicherheit. Als Informationsquelle steht das Internet an erster Stelle (62 Prozent), gefolgt vom Familien- und Freundeskreis (38 Prozent). Soziale Netzwerke landen mit 32 Prozent auf dem dritten Platz und werden vor allem von der jüngeren Generation genutzt. Besonders gefragt sind Tipps für den Ernstfall (54 Prozent), Erkennungsmerkmale von Internetkriminalität (50 Prozent) und Präventionsanleitungen (47 Prozent). So gut wie nie informieren sich hingegen 24 Prozent.

Schutzmaßnahmen
Von den 19 abgefragten Schutzmaßnahmen kennen die Befragten durchschnittlich gut sechs und nutzen knapp vier. Mehr als die Hälfte kennt starke Passwörter (55 Prozent, genutzt von 46 Prozent) und Antivirenprogramme (54 Prozent, genutzt von 40 Prozent). Fast jede zweite Person ist zudem über die Zwei-Faktor-Authentifizierung informiert; 40 Prozent nutzen sie auch. Im Bankwesen ist dies längst ein verpflichtendes Sicherheitsverfahren, bei dem die Identität durch zwei voneinander unabhängige Faktoren bestätigt wird.

Risikoeinschätzung
Gut ein Drittel der Befragten hält es für sehr oder eher wahrscheinlich, Opfer von Cyberkriminalität zu werden. Demgegenüber schätzt gut die Hälfte das eigene Risiko als eher oder sehr gering ein. Überraschend ist jedoch: Wer die Gefahr für sich selbst hoch einschätzt, kennt und nutzt durchschnittlich sogar weniger Schutzmaßnahmen als die übrigen Befragten.

Künstliche Intelligenz
Kriminelle KI-Methoden sind vielen Befragten bereits bekannt. Am geläufigsten sind KI-generierte oder manipulierte Videos und Bilder (55 Prozent), gefolgt von KI-gestützten Schockanrufen bzw. dem Enkeltrick mit nachgeahmten Stimmen (54 Prozent) und Phishing-Nachrichten, die von KI-Sprachmodellen verfasst wurden (39 Prozent).

Die vollständige Studie ist online verfügbar.