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27.02.2020

Bitcoin schürfen in der Mine?

kartensicherheit.de erklärt: Kryptowährungen am Beispiel des Bitcoins.

Teil zwei unserer dreiteiligen Serie zum Thema Blockchain, Kryptowährungen und Libra: Nachdem wir uns im ersten Teil mit dem Thema Blockchain auseinandergesetzt haben, beschäftigen wir uns nun mit Kryptowährungen am Beispiel des Bitcoins.

Um es gleich vorweg zu sagen: Im Vergleich zur Blockchain, die sich relativ leicht beschreiben lässt (siehe hierzu unseren Beitrag im Dezember-Newsletter), sind Kryptowährungen und der Bitcoin ein technisch hoch aufwändiges und komplexes System. Um es in vollem Umfang in seiner ganzen technischen Vielfallt zu erfassen, reicht sicherlich dieser Beitrag im Newsletter nicht aus. Ziel dieses Artikels ist es vielmehr, ein Grundverständnis für die Funktionsweise von Kryptowährungen, die auf einer eigenen Blockchain basieren, zu vermitteln.

Wie alles begann …

Angefangen hat alles mit dem Bitcoin. Im November 2008 beschrieb Satoshi Nakamoto (offensichtlich ein Pseudonym, bis heute weiß niemand, welche Person oder Gruppe hinter diesem Namen steckt) in einer Veröffentlichung zum ersten Mal das in 2007 erfundene System, zu dem er dann im Januar 2009 eine Open-Source-Referenzsoftware, also eine Software mit Quellcode, der offen und frei zugänglich ist, vorlegte.

Was ist ein Bitcoin?

Der Bitcoin ist eine digitale Geldeinheit in einem weltweiten, dezentralen Zahlungssystem, das ohne Intermediäre wie z.B. Banken auskommt. Das System basiert auf einer von den Teilnehmern gemeinsam verwalteten, dezentralen Datenbank, der Blockchain. Hierbei handelt es sich um ein gemeinsam genutztes Kassenbuch, auf dem alle Transaktionen unveränderbar und für alle einsehbar dezentral bei allen Teilnehmern im Netzwerk gespeichert wird. Hierauf beruht das gesamte Bitcoin-Netzwerk. Die Blockchain stellt über kryptographische Verfahren sicher, dass Guthaben verbindlich erfasst und neue Transaktionen nur ausgeführt werden, wenn der Sender tatsächlich und nachweislich über die genannte Anzahl nicht ausgegebener Bitcoins verfügt. Alle Transaktionen werden ohne ein zentrales Clearing, also auch ohne die Unterstützung von Instituten, über ein dezentrales Netz gleichwertiger Rechner direkt (peer-to-peer) abgewickelt. Die bestätigten Transaktionen werden zunächst im sogenannten Miningprozess validiert und anschließend in der Blockchain gespeichert.

Die Anzahl aller Bitcoins ist durch das System aufgrund des Rechenalgorithmus auf 21 Millionen begrenzt. Dadurch unterscheidet sich der Bitcoin von den sogenannten Fiat Währungen (z. B. Dollar, Pfund, Yen), bei denen die Zentralbank des jeweiligen Landes Einfluss auf Wert und Anzahl der gedruckten Geldnoten hat.

Die Bitcoins werden beim Besitzer in sogenannten Wallets gespeichert. Dies sind digitale Geldbörsen, die auf dem Rechner, Tablet oder Smartphone des Besitzers gespeichert werden. Auf das Wallet hat allein der Besitzer Einfluss und es kann auch nicht gesperrt oder sonst irgendwie in seinen Funktionen eingeschränkt werden, solange der kryptographische Schlüssel (private key) des Besitzers nicht anderen Personen bekannt ist. Es besteht demnach eine hohe Verantwortung bei den Wallet-Besitzern, diese kryptographischen Schlüssel sicher zu verwahren.

Was ist ein Bitcoin wert?

Der Kurs eines Bitcoins zu den gesetzlichen Zahlungsmitteln folgt dem Grundsatz der Preisbildung an der Börse. Hier legen Bitcoin-Börsen auf Basis von Angebot und Nachfrage den Kurs im Vergleich zu den Fiat Währungen fest.

Was ist eigentlich Mining?

Neue Bitcoins werden über das sogenannte „Mining“ als Belohnung für Miner generiert, die für die Lösung eines mathematischen Rätsels erfolgreich neue Transaktionen überprüfen, diese als neuen Transaktionsblock an eine bestehende Blockchain anfügen, und die neue Blockchain an alle Teilnehmer kommunizieren.
Mittlerweile ist hierzu sehr viel Rechenleistung nötig.

Die starke Konkurrenz im Mining-System macht das System aber auch sicher, indem es verhindert, dass unkontrolliert neue Blöcke dem System hinzugefügt oder Teile der Blockchain modifiziert beziehungsweise Ausgaben rückgängig gemacht werden.

Vor- und Nachteile von Kryptowährung

Das System Kryptowährung hat sicherlich viele Vorteile. Die Transaktionsgebühren sind gering, Kryptowährungen sind weltweit und dezentral nutzbar, alle Transaktionen sind pseudonym und ohne weitere Intermediäre zu tätigen.

Gleichzeitig hat der Bitcoin auch viele Nachteile. Da nicht nachvollziehbar ist, wer hier genau welche Geschäfte tätigt, ist das Thema Cyberkriminalität allgegenwärtig. Im Darknet wurden in der Vergangenheit viele kriminelle Handlungen, wie beispielsweise illegale Geschäfte, Drogenhandel, Steuerhinterziehung und Geldwäsche registriert. Hinzu kommt, dass auch das Handling technisch nicht einfach ist, und der Bitcoin als Zahlungsmittel bisher nur an sehr wenigen Stellen akzeptiert wird. In der Kritik steht auch der hohe Energieverbrauch, der durch die hohen Rechneranforderungen zur Sicherung des Netzwerkes beim Mining entsteht. So verbrauchte das Schürfen eines Bitcoins im Jahr 2018 etwa 42.000 Kilowattstunden, was in etwa dem Jahresstromverbrauch von zwölf Familien entspricht (geschätzt auf Basis des durchschnittlichen Stromverbrauchs einer dreiköpfigen Familie in Deutschland).

Im nächsten Teil dieser Serie werden wir uns im März-Newsletter mit dem Libra, der neuen Währung von Facebook, beschäftigen. Was steckt hinter diesem Projekt, ist dies für die bestehenden Finanzsysteme eine Bedrohung oder eher eine Chance? Und wie steht die Bundesregierung zu Kryptowährungen und dem Libra?




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