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27.10.2016

EAST ATM Crime Report 1. Halbjahr 2016: Starke Zunahme der Sprengstoffangriffe auf Geldautomaten in Europa

Die Sprengstoffangriffe auf Geldautomaten haben im ersten Halbjahr 2016 europaweit um 80% gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum zugenommen. Wie es im aktuellen „European ATM Crime Report“ von EAST weiter heißt, überstiegen die Kollateralschäden dabei oftmals die reinen Bargeldverluste.

Detailergebnissen des EAST-Halbjahresberichts zufolge wurden im Berichtszeitraum insgesamt 492 Angriffe mit Sprengstoffen auf Geldautomaten gemeldet – im Vorjahr waren es zum 30. Juni noch 273 Attacken. Während bei den meisten Angriffen Gas als Sprengstoff verwendet wurde, kam bei 110 Angriffen schwerer Sprengstoff zum Einsatz.

Die Gesamtzahl der physischen Angriffe auf Geldautomaten stieg im Vorjahresvergleich um 30% von 1.232 auf 1.604. Die daraus resultierenden Schäden legten um 3% auf 27 Mio. Euro zu. Der durchschnittliche Bargeldverlust pro Aufbruch eines Geldautomaten beträgt schätzungsweise 17.327 Euro, bei einem Sprengstoffangriff liegt er bei 16.631 Euro und bei Raubüberfall bei 20.017 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei allerdings die Kollateralschäden an den Geräten oder Gebäuden, die nochmals erheblich sein können und – bei erfolgreichen Angriffen – den Wert der Bargeldverluste erheblich übersteigen.

Lachlan Gunn, EAST Direktor und Coordinator, kommentierte die aktuellen Zahlen laut Pressemitteilung wie folgt: „Der Anstieg der Sprengstoffangriffe bereitet der Industrie in Europa große Sorgen, da derartige Angriffe beträchtliche Kollateralschäden an Geräten und Gebäuden verursachen und dabei sogar Menschenleben riskiert werden. Die EAST-Expertengruppe für physische Angriffe auf Geldautomaten (EGAP) analysiert die Angriffe und macht die Ermittlungsergebnisse zur Vorgehensweise der Täter der gesamten Branche und den Strafverfolgungsbehörden zugänglich, um die Bedrohungslage zu entschärfen.“

Wie es in der EAST-Pressemeldung weiter heißt, nahm die Anzahl der Betrugsangriffe auf Geldautomaten von 8.421 im ersten Halbjahr 2015 um 28% auf 10.820 zum 30. Juni 2016 zu. Hauptursache dafür war der Anstieg des Modus Operandi Transaction Reversal Fraud um 281% von 1.270 auf 4.840 Fälle. Weiter gesunken ist im Vorjahresvergleich hingegen die Anzahl der Skimming- Angriffe, und zwar um 21% auf 1.573 Fälle.

Die Gesamtschadenshöhe durch Angriffe auf Geldautomaten stieg EAST zufolge im Vorjahresvergleich von 156 Mio. Euro um 12% auf 174 Mio. Euro. Dabei entfiel der Löwenanteil auch im ersten Halbjahr 2016 wieder auf internationale Skimming-Schäden, die um 8% auf 142 Mio. Euro zulegten. Im asiatisch-pazifischen Raum (insbesondere in Indonesien) und in den USA entstand der Großteil dieser Schäden. Innerhalb Europas stiegen die Skimming-Verluste um 24%.

Bei der Anzahl der logischen Angriffe auf Geldautomaten weist der EAST-Halbjahresbericht eine Zunahme von 5 im Vorjahr auf 28 Fälle in diesem Jahr aus. Hierzu zählen die Angriffe, bei denen der gesamte Bargeldbestand (Jackpotting) oder nur ein Teil des Bargeldbestandes entwendet wurden. Die Verluste beliefen sich auf 0,4 Mio. Euro.

EAST, der auch die EURO Kartensysteme angehört, wurde Anfang 2004 als freiwilliger Verbund zur Bekämpfung der Kriminalität an Geldautomaten in Europa gegründet. Das Team von EAST setzt sich aus Polizei-, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden sowie kreditwirtschaftlichen Vertretern und Kartenorganisationen aus 28 Ländern Europas zusammen. EAST wird von Europol, dem Europäischen Polizeiamt in Den Haag, unterstützt.

Der komplette EAST-Halbjahresreport 2016 steht den Mitgliedsunternehmen von EAST sowie registrierten Nutzern der EAST-Website unter www.european-atm-security.eu zur Verfügung. Hier finden Sie ebenfalls Hinweise, wie Sie Abonnent werden können.




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