zum vorherigen Artikel

Haftung

Bei missbräuchlichen Abhebungen an einem Geldautomaten unter Eingabe der richtigen PIN spricht der Beweis des ersten An ...

zum nächsten Artikel

Sorgfaltspflichten

Der Bankkunde hatte die Ziffernfolge der PIN als Telefonnummer getarnt in seinem Notizbuch vermerkt. Das sei grob fahrl ...

Fahrlässigkeit des Karteninhabers

Wird dem Karteninhaber die Handtasche mit dem Portemonnaie, in dem sich Zahlungskarten befinden, gestohlen, ist es erforderlich, den sicheren Aufbewahrungsort aller persönlichen Zahlungskarten, auch solcher, die sich üblicherweise nicht im Portemonnaie befinden, zu überprüfen (AG Hamburg, Urteil vom 01.03.2013, Az: 23a C 222/12). Dr. Claudia Willershausen, Justiziarin bei der EURO Kartensysteme, kommentiert das Urteil.
Zum Kommentar...

 

Die Aufbewahrung einer EC-Karte in dem verschlossenen Handschuhfach eines verschlossenen Pkw stellt sich als grob fahrlässiger Verstoß gegen die dem Karteninhaber obliegenden Sorgfaltspflichten dar.

AG Berlin-Mitte, Az: 10 O 10/09 (25.11.2009)
Zum Urteil...


Es handelt sich um eine grobe Sorgfaltspflichtverletzung, wenn der Karteninhaber seine Kreditkarte in einem Fahrzeug zurücklässt, welches auf einem einsamen Waldparkweg abgestellt wurde, und sich von dem Fahrzeug entfernt.

AG Bruchsal, AZ: 2 C 264/04 (Jahr 2005)

 

Stellt der Karteninhaber das Nichtvorhandensein seiner Kreditkarte fest, so hat er unverzüglich die Suche danach aufzunehmen, um sicherzustellen, dass sich die Karte an dem von ihm vermuteten Ort befindet. Andernfalls ist die Kreditkarte unverzüglich sperren zu lassen.

AG Frankfurt aM, AZ: 32 C 1199/04 - 84 (Jahr 2005)


Verwahrt der Karteninhaber seine Kreditkarte und die zugehörige PIN im gleichen Ferienappartement, so handelt es sich um eine Sorgfaltspflichtverletzung durch den Karteninhaber. Dies gilt auch, wenn Karte und PIN in unterschiedlichen Taschen etc. aufbewahrt werden, da ein Ferienappartement im Allgemeinen schnell und systematisch von Dieben durchsucht werden kann. Hieran ändert auch nicht, dass die PIN als Telefonnummer getarnt wird, da dies eine weit verbreitete und nicht besonders originelle und somit weder wirksame noch sichere Methode zur Geheimhaltung darstellt. Seiner Pflicht zur unverzüglichen Sperrung der Kreditkarte nach Bemerken des Verlustes kommt der Karteninhaber nicht zur Genüge nach, wenn er über 3 1/2 Stunden verstreichen lässt. Hiergegen kann auch nicht der Verlust sämtlicher Unterlagen zur gestohlenen Kreditkarte eingewendet werden.

LG Krefeld, AZ: 1 S 57/04 (Jahr 2004)


Ein Kreditkartenbesitzer trägt das Risiko, wenn seine Lebensgefährtin mit dieser Kreditkarte ohne seine Zustimmung einkauft und dabei die PIN benutzt. Das Kreditkarten-Unternehmen haftet in diesem Fall nicht, urteilte das Landgericht Hamburg (326 O 208/04).

LG Hamburg, (326 O 208/04) (Jahr 2004) 


Auch wenn dem Karteninhaber zusammen mit der Kreditkarte sämtliches Bargeld und andere Zahlungskarten gestohlen werden, so hat er die Kreditkarte unverzüglich sperren zu lassen. Dies kann auf jeder Polizeidienststelle veranlasst werden. Zur Pflicht des Karteninhabers, die Karte mit besonderer Sorgfalt aufzubewahren, gehört, dass er sich stets bewusst ist, wo sich seine Kreditkarte befindet.

AG Bad Vilbel, AZ: 3 C 221/03 (310) (Jahr 2003)


Das Landgericht Berlin, Az.: 51 S 84/02, wies die Klage eines Spanien-Urlaubers ab, dessen Karte vom GA eingezogen wurde und der Kunde zu Hause feststellte, dass Unberechtigte mit dieser über mehrere tausend Euro verfügten. Das Gericht begründete die Abweisung damit, dass der Geldautomat kein sicherer Safe sei und eine unverzügliche Sperre hätte erfolgen müssen.

LG Berlin, AZ.: 51 S 84/02 (Jahr 2002)
Quelle: Debit Schadensbekämpfungsstelle


Eine gemeinsame Verwahrung von ec-Karte und Geheimnummer und somit ein grob fahrlässiger Sorgfaltsverstoß des Karteninhabers liegt dann vor, wenn ein Unbefugter ecKarte und PIN in einem Zugriff erlangen kann und nicht nach dem Auffinden der einen Unterlage weiter nach der anderen suchen muss.

BGH Urteil, AZ: XI ZR 42/00 (Jahr 2000)


Das versehentliche Zurücklassen einer ec-Karte in einer Handtasche im Auto begründet den Vorwurf der groben Fahrlässigkeit, so dass der Kontoinhaber den Schaden zu tragen hat.

AG Spandau, AZ.: 3b C 681/00 (Jahr 2000)


Der Kunde handelt grob fahrlässig, wenn er die ec-Karte während einer dreiwöchigen Reise in seiner Wohnung auf dem Schreibtisch in dem einen Zimmer und die Originalmitteilung der Geheimnummer im Nebenzimmer verwahrt.

KG Berlin, AZ.: 24 U 5123/99 (Jahr 1999)
 

Der Karteninhaber verstößt gegen seine Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass kein Dritter von der PIN Kenntnis erlangt, wenn er die Geheimzahl auf einem Zettel in der Brieftasche verwahrt und die Brieftasche sowie die Kreditkarte für Mitbewohner offen zugänglich ist.

OLG Frankfurt aM, AZ: 17 U 69/96 (Jahr 1996)


Aus einer Jacke im unverschlossenen Arbeitszimmer wurden Bank-Karte und Personalausweis gestohlen. Der Dieb hob damit am Bankschalter Geld ab. Das Gericht sprach das Geldhaus von seiner Schuld frei. Dem Kunden wurde eine ungewöhnliche Vernachlässigung seiner Sorgfaltspflicht, d.h. grobe Fahrlässigkeit, vorgehalten.

OLG Köln, AZ.: 13 U 28/95 (Jahr 1995)


Geldautomat ist kein Tresor für Karten
Eine vom Automaten einbehaltene EC-Karte sollte sofort gesperrt werden, da der Besitzer den Schaden durch Missbrauch sonst selber trägt - urteilte das Landgericht Berlin (Az.: 51 S 84/02).
Die EC-Karte war im Automaten einer Bank stecken geblieben. Der Kartenbesitzer rief zwar das Kreditinstitut an und unterrichtete dieses über den Umstand, bestand aber auf keiner Sperrung der Karte. Die Karte befand sich allerdings nicht mehr im Geldautomaten . Tage später bemerkte der Karteninhaber, dass mit seiner Karte eingekauft worden war und ließ sie sperren. Seine Bank weigerte sich, den Schaden zu ersetzen und erhielt vor dem Landgericht Recht.
Rechtssprechung: Die Karte müsse in solchen Fällen sofort gesperrt werden, da der Geldautomat nicht als Tresor für Karten angesehen werden kann.