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31.03.2020

Das Coronavirus als Betrugsmasche

Wie Trickbetrüger versuchen, besonders ältere Menschen mit ausgeklügelten Techniken zu betrügen. Sie kommen an die Haustür. Sie rufen mit fadenscheinigen Argumentationen an. Und sie benutzen sogar die Ängste der Menschen im Umfeld der Corona-Pandemie.

Die gute Nachricht: Wer ein paar Grundregeln beachtet und die Vorgehensweise der Gauner kennt, ist gut gerüstet. Wir stellen die wichtigsten Tricks vor und berichten über aktuelle Betrügereien im Umfeld von Corona.

Zunächst einmal ist der Begriff „Trickbetrüger“ infrage zu stellen. Denn diese Menschen sind keine Trickser, sondern Verbrecher, die sich skrupellos an ältere und wehrlose Menschen heranmachen.

Das Coronavirus als Vorwand
Ganz neu und aktuell ist eine Masche, bei denen die Kriminellen ihren Opfern als vermeintliche Verwandte erzählen, sie hätten sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie gaukeln vor, teure Medikamente für die Behandlung zu benötigen und bitten um Geldbeträge oder Wertsachen, die sie dann von einem „Freund“ abholen lassen. Bekannt geworden sind auch Fälle, bei denen die Betrüger versuchen, in die Wohnung des Opfers zu gelangen, indem sie sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgeben. Die Verbrecher scheuen noch nicht einmal davor zurück, als hilfsbereite Nachbarn aufzutreten, die vermeintlich ihre Unterstützung anbieten.

Falsche Polizeibeamte
So rufen Betrüger beispielsweise Rentner an und geben sich als Polizeibeamte aus. Mit einem technischen Trick schaffen sie es sogar, dass auf dem Display des Angerufenen die Nummer „110“ erscheint. Dann erzählen sie eine Geschichte, zum Beispiel von der Festnahme einer Einbruchsbande, bei denen angeblich eine Liste mit den persönlichen Daten der nächsten Einbruchsopfer gefunden worden ist. Sie behaupten, der Angerufene stehe auch auf dieser Liste. Mit ausgeklügelten Tricks schaffen sie es dann, einen „vermeintlichen“ Polizeibeamten vorbei zu schicken, der die Wertsachen aus der Wohnung abholt. Teilweise werden die Opfer sogar aufgefordert, vorher größere Geldbeträge in ihrem Institut abzuheben und das Bankschließfach zu leeren.

Enkel-Verwandte-gute Freunde-Trick
Auch hier rufen die Verbrecher ältere Menschen an und verschaffen sich dann über ein „Ratespiel“ den Namen von Kindern, Enkeln oder Freunden. Kommt also auf die Aufforderung „Rate mal, wer dran ist“ beispielsweise die Antwort: „Klaus, bist Du das?“, gibt sich der Betrüger von nun an als Klaus aus. Dann erzählt „Klaus“ die Geschichte einer Notlage oder über einen finanziellen Engpass und andere Situationen, die scheinbar dringend, eilig oder dramatisch sind. Fazit: „Klaus“ braucht dringend Geld, das das Opfer notfalls ja auch schnell von der Bank holen kann.

Diese Beispiele zeigen, mit welchen Tricks und Lügengeschichten Betrüger versuchen, an das Geld älterer Menschen zu kommen. Es gibt noch viele andere Vorgehensweisen. So geben sich Betrüger teilweise als Rechtsanwälte aus und berichten von einem größeren Gewinn. Oder sie stehen plötzlich vor der Wohnungstür und sind Dachdecker oder Mitarbeiter des Wasserwerks mit einem dringenden Anliegen. Alles mit dem Ziel, sich Zugang zur Wohnung zu verschaffen, um dort Wertgegenstände und Geld zu entwenden. Sehr beliebt sind auch Tricks an der Haustüre, bei denen um ein Glas Wasser oder die Benutzung der Toilette gebeten wird.

Grundsätzlich gilt:

  • Es gibt keine echten Anrufe von der Polizei, bei der die Nummer 110 im Display erscheint
  • Bekommen Sie einen Anruf, in dem sich Ihr Gegenüber als Polizist ausgibt, beenden Sie unverzüglich das Gespräch und rufen Sie direkt die 110 an.
  • Wenn Sie Anrufer nicht sofort erkennen: Fragen Sie nach Dingen / Begebenheiten, die nur der echte Verwandte kennen kann.
  • Lassen Sie sich nicht ausfragen! Geben Sie am Telefon niemandem Auskunft über Ihren Kontostand oder über die Wertgegenstände, die Sie zu Hause haben. Geben Sie auch keine Auskünfte über Ihre Vermögensverhältnisse oder den Inhalt von Schließfächern.
  • Übergeben Sie niemals fremden Personen Geld oder Wertgegenstände!
  • Wenn Sie an keinem Gewinnspiel teilgenommen haben, können Sie auch nichts gewonnen haben. Zahlen Sie keine Verwaltungs- oder Bearbeitungsgebühren vor der Übergabe eines imaginären Gewinns und rufen Sie keine Sonderrufnummern an.
  • Seien Sie an der Haustür grundsätzlich vorsichtig. Lassen Sie Handwerker, die nicht angemeldet sind, nicht in die Wohnung, auch nicht, wenn Ihr Gegenüber versucht, Druck zu machen.
  • Bitten Sie Unbekannte, vor der Tür zu warten und nutzen Sie, wenn möglich, die Türsperre.
  • Legen Sie, falls Sie im Umfeld von Corona Hilfe annehmen, ein gesundes Misstrauen an den Tag.
  • Lassen Sie sich die Einkäufe und Besorgungen an der Haustür übergeben. Das ist auch vor dem Hintergrund der möglichen Weiterverbreitung des Virus sinnvoll.
  • Wenn Sie sich bedroht oder in Not fühlen, rufen Sie laut um Hilfe!
  • Nutzen Sie den polizeilichen Notruf 110.
  • Zum Sperren von Zahlungskarten nutzen Sie den Sperrnotruf 116 116.

Unsere Bitte: Geben Sie diese Informationen und Warnungen an ältere Menschen in Ihrem Umfeld weiter!

Für weitere sehr detaillierte und kompetente Informationen empfehlen wir die Lektüre einer Broschüre, die die Sparkasse Krefeld zusammen mit der Polizei Krefeld herausgegeben hat. Sie können diese Broschüre hier herunterladen.




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