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31.07.2019

Unser Trendbarometer 2019

Der Debit-Lagebericht für das erste Halbjahr liegt vor.

Der weitere Rückgang der Dublettenschäden ist erfreulich. Gemischtes Bild beim Einsatz verlorener oder gestohlener Karten.

Das große Bild
Die Gesamtschäden mit von deutschen Instituten ausgegebenen Debitkarten (girocard mit und ohne Co-Branding ) im ersten Halbjahr 2019 liegen für Kartendubletten und verlorene bzw. gestohlene Karten bei 7,7 Mio. Euro. Bedenkt man, dass alleine der Umsatz mit den deutschen girocards im ersten Halbjahr bei ca. 100 Milliarden Euro lag, so liegt der Betrug mit girocards auf einem sehr niedrigen Niveau. Nicht einmal 10% der Schäden entfallen auf Dubletten. In diesem Bereich geht auch die Anzahl der betrügerischen Transaktionen weiter zurück, was vor allem der Sicherheit des EMV-Chips zu verdanken ist. Verlust-/Diebstahl-Fälle bilden nach wie vor den Löwenanteil bei den Schäden. Diese Schäden sind auch teilweise dem Verhalten der Karteninhaber anzulasten, denn in sämtlichen Schadensfällen, die auf den Verlust oder Diebstahl der Karte zurückgehen, gelangen die Betrüger auch in den Besitz der PIN.

Dublettenschäden zeichnen unterschiedliches Bild am Geldautomat und an POS-Terminals
Die Brutto-Schäden durch den Einsatz von Kartendubletten an Geldautomaten sind von Januar bis Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 22% zurückgegangen. Gleichzeitig hat auch die Anzahl der entsprechenden Transaktionen um 17% abgenommen.

Entgegengesetzt verhält sich die Entwicklung mit gefälschten Karten an POS-Terminals. Dort wird durch den Einsatz von Kartenfälschungen ein Anstieg der Brutto-Schäden von 118% verzeichnet. Die Anzahl der Transaktionen nahm dabei um 164% zu. Dennoch liegt der Schaden auf einem sehr geringen Niveau.

Kein Einsatz von Kartendubletten in Deutschland
Egal ob am Geldautomaten oder am POS-Terminal – Kartendubletten werden ausschließlich in Ländern eingesetzt, in denen die Umstellung auf EMV-fähige Geräte noch nicht erfolgt ist. Dies sind vor allem Indien (59% der Fälle), Indonesien (19% der Fälle) und die USA (9% der Fälle). In Deutschland ist hingegen kein einziger Fall zu verzeichnen.

Ähnliche Entwicklung bei Verlust und Diebstahl
Die Brutto-Schäden der Lost-/Stolen-Fälle von girocards an Geldautomaten sind von Januar bis Juni 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht, um 1%, zurückgegangen. Die Anzahl der entsprechenden Transaktionen verringerte sich dabei um 7%.

Wie bei den Kartendubletten ist auch bei den verlorenen oder gestohlenen girocards ein Anstieg der Brutto-Schäden sowie der Transaktionen zu vermelden. Mittels Kartenmissbrauch aus Verlust/Diebstahl sind die Brutto-Schäden an POS-Terminals um 11% gestiegen; die Zahl dieser Schadensfälle hat dabei um 60% zugenommen.

Nach wie vor ist der Ort des Kartenverlusts meist unbekannt (40%). An zweiter Stelle folgen Kaufhäuser und Geschäfte (14%). Der Verlust auf dem Postweg folgt an dritter Stelle (8%).

Verschiedene Entwicklungen im In- und Ausland
Während im Inland die Brutto-Schäden mit verlorenen oder gestohlenen Karten an Geldautomaten minimal um 0,3% zurückgegangen sind, sind es im Ausland sogar 4% weniger. Bei den Transaktionen ist dabei im Inland eine Verringerung um 4% und im Ausland um 0,1% zu verzeichnen.

Anders sieht es hingegen wieder beim Einsatz an den POS-Terminals aus. Dort wurde mit verlorenen oder gestohlenen Karten im Inland ein Anstieg der Brutto-Schäden um 29% registriert. Die Transaktionen haben sogar um 116% zugenommen. Im Ausland sanken die verursachten Brutto-Schäden stattdessen um 12%. Die Transaktionen nahmen hier nur um 1% zu.

Kontaktlose Betrugstransaktionen bei verlorenen oder gestohlenen Karten
Beim kontaktlosen Bezahlen schlägt sich zwangsläufig die Zunahme der neuen NFC-fähigen Karten und entsprechend umgerüsteten Terminals in der Statistik nieder. 16% aller betrügerischen Transaktionen, die auf Verlust / Diebstahl zurückzuführen sind, erfolgten in Deutschland kontaktlos. Die Fälle im Ausland machen einen Anteil von 8% aus. Dieses Ergebnis spiegelt in etwa die Relation der Gesamttransaktionen kontaktbehaftet zu kontaktlos wider.

Weniger GA-Manipulationen im In- und Ausland
Die Anzahl der Manipulationen inländischer Geldautomaten zeigt einen deutlichen Rückgang, gegenüber dem Vorjahres-Halbjahr von 282 auf 170 Fälle. Dabei bleibt Berlin hierzulande mit 106 Fällen unangefochten die Hochburg der Manipulationen. Was vermutlich daran liegt, dass dort viele Touristen verkehren, von denen womöglich vermutet wird, dass sie noch ausländische Karten besitzen, die noch nicht über die EMV Chip-Technologie verfügen. Auf den weiteren Plätzen folgen Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen und Rheinland-Pfalz. In den übrigen Bundesländern waren keine GA-Manipulationen zu vermelden.

Im Ausland kam es im ersten Halbjahr 2019 zu 123 Geldautomatenmanipulationen, bei denen Daten deutscher girocards ausgespäht wurden. Im Vorjahr hatten hier 148 Angriffe zu Buche geschlagen. Die Schwerpunktländer der Datenabgriffe waren Mexiko, Großbritannien, Italien und Indonesien.

Auf Basis der gemeldeten Manipulationen wurden im Berichtszeitraum insgesamt 6.005 Debitkarten präventiv gesperrt, was einem Anteil von 0,006% der in Deutschland ausgegebenen girocards entspricht.




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