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19.12.2019

kartensicherheit.de erklärt: Was hat die Blockchain auf dem Kerbholz?

Wichtige Begriffe einfach erklärt.

So können Sie Blockchain und Bitcoin auch einem Laien häher bringen.

Seit mehr als zehn Jahren gibt es den Bitcoin und andere digitale Währungen. Und mehr denn je, ist das Thema in aller Munde. Ende Oktober 2019 hat der Bundesverband deutscher Banken (BdB) definiert, warum die Wirtschaft einen digitalen Euro braucht, und auch die Bundesregierung hat eine eigene Strategie für den Umgang mit der Token-Ökonomie vorgestellt. kartensicherheit.de erläutert hierfür in den nächsten drei Newslettern die wichtigsten Begriffe und Zusammenhänge.
Basis für die Abwicklung digitaler Währungen bildet die Blockchain, welche in Teil 1 thematisiert wird. Für das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ist die Blockchain-Technologie sogar „ein Baustein für das Internet der Zukunft".

Fragestellungen sind u. a.: Wie funktioniert eine Blockchain? Und was genau ist ein Bitcoin? Sind die mittlerweile mehr als 3.000 kryptischen Währungen wirklich Währungen im klassischen Sinne? Was unterscheidet den Bitcoin vom Libra? Und was bedeutet es, wenn ein Großunternehmen wie Facebook versucht, weltweit eine eigene Währung zu etablieren?

  • Teil 1 Blockchain
    Was genau ist eine Blockchain?
  • Teil 2 Kryptowährungen
    Bitcoin, Libra und die anderen ...
  • Teil 3 Libra
    Bedrohung oder Chance? Die Positionen des BdB und der Bundesregierung

Beginnen wir mit Teil 1 ...

Was ist eine Blockchain?
Schaut man bei Wikipedia nach, findet man unter anderem einen Vergleich mit dem Kerbstock. Bereits im Mittelalter galt der Kerbstock als Schuldurkunde. Man legte zwei Stöcke nebeneinander und ritzte sie beide quer ein. Jede Kerbe entsprach einer Schuld. Gläubiger und Schuldner erhielten je einen Stock. Ein „fälschungssicheres" System, denn der Gläubiger kann keine Kerbe hinzufügen, der Schuldner keine entfernen, da der Vergleich der beiden Stöcke die Manipulation sofort aufdecken würde.

Die Blockchain ist, einfach ausgedrückt, eine Datenbank mit sehr vielen „Kerbstöcken". Sie ist eine Kette („chain") von digitalen Datenblöcken („block"). In jedem Kettenglied sind Informationen zusammengefasst, wie beispielsweise Überweisungen, Verträge, Bitcoins, Urkunden oder Bestellungen.

Nicht ohne Grund wird die Blockchain oft mit einem Buchhaltungssystem verglichen. Bildlich gesprochen werden alle Transaktionen im Netzwerk täglich auf ein Blatt Papier geschrieben und abends in einen Ordner geheftet. Das Blatt Papier ist dabei der Datenblock, der Ordner die Blockchain. Die Blockchains sind gleichzeitig weltweit auf einer Vielzahl von dezentralen Rechnern eines Netzwerks gespeichert. Alle Datenketten sind dabei exakt gleich, mit denselben Informationen. Ein spezielles Verschlüsselungsverfahren sorgt dafür, dass der Inhalt leicht ablesbar, aber zugleich schwer manipulierbar ist. Bestehende Daten lassen sich nicht verändern und dokumentieren die Transaktionshistorie vollständig.

Alle Teilnehmer entscheiden gemeinsam darüber, welche Datenblöcke als ungültig aussortiert und welche als gültig akzeptiert werden. Wird zum Beispiel nur ein Datensatz unrechtmäßig verändert, wird er aus der Kette ausgeschlossen. Während der klassische Buchhalter dafür sorgt, dass ein Register fehlerfrei ist und nur tatsächlich durchgeführte Transaktionen verzeichnet werden, übernimmt bei der Blockchain ein ausgeklügelter Konsensmechanismus diese Rolle. Vereinfacht ausgedrückt ist das wie beim Stricken: Ist eine Masche fehlerhaft, müssen alle nachfolgenden Maschen wieder aufgetrennt werden, bis man bei der fehlerhaften Masche angelangt ist.

Im Unterschied zu bisherigen Technologien werden bei der Blockchain alle Transaktionen also nicht über einen zentralen Rechner, sondern dezentral über die Computer der Netzwerkteilnehmer und damit wesentlich sicherer abgewickelt. Die Teilnehmer identifizieren sich dabei über ein spezielles Verfahren mit Hilfe von zwei virtuellen Schlüsseln (Public Key und Private Key). Abgeschlossen ist eine Transaktion im Prinzip erst dann, wenn sie in einem Block abgebildet und für alle Teilnehmer sichtbar ist.

Ins Parkhaus mit der Blockchain?
Die Technologie Blockchain lässt sich in vielen Bereichen einsetzen, von der kryptischen Währung, über die Umsetzung und Berechnung von Warenlieferungen bis zur automatischen Abwicklung des Bezahlvorgangs im Parkhaus.

Mit einer Blockchain lassen sich also Transaktionen lückenlos und unveränderbar festhalten. Daher ist eine Blockchain ideal, um z. B. Eigentumsverhältnisse sicher zu speichern. Auch Verträge können in einer Blockchain gespeichert und ausgeführt werden. Über diese „smart contracts" könnten dann komplexe Geschäfte automatisch und wesentlich schneller als bisher abgewickelt werden.

Lesen Sie in unserem Februar-Newsletter den zweiten Teil unserer Serie. Dann stehen Kryptowährungen im Fokus unserer Betrachtung.




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