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28.03.2019

Echt TOPP: Kontaktloses Zahlen ohne PIN am Automaten!

Das Terminal ohne PIN-Pad wird sehr gut angenommen.

Jeder kennt das: Man steht vor einem Automaten, möchte etwas kaufen, und es scheitert am fehlenden Kleingeld. Das wird es zukünftig nicht mehr geben!

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat Anfang 2018 ein Pilotprojekt zur Kartenzahlung mit einem Terminal ohne PIN-Pad (TOPP) gestartet. Wie kam das neue Terminal bei den Beteiligten und besonders beim Verbraucher an? Wir sprachen mit Peter Blasche, Business Development Direktor girocard bei der EURO Kartensysteme GmbH, über die Erfahrungen mit der neuen Technologie.

Herr Blasche, was ist das Besondere an TOPP?
Beim Terminal ohne PIN-Pad werden Zahlungen mit der girocard bis 25 Euro in der Regel ohne die Eingabe einer PIN abgewickelt. Dabei erfolgt die Transaktion ausschließlich über die kontaktlose Schnittstelle zwischen Karte und Kartenleser – auch offline. Dadurch ist es möglich, auf das PIN-Pad und auf den üblichen Chipkartenleser zu verzichten.

Nachdem das TOPP-Projekt nun abgeschlossen ist, wie würden Sie die Ergebnisse zusammenfassen?
Für uns war das Pilotprojekt ein voller Erfolg. Alle Beteiligten haben sehr konstruktiv zusammengearbeitet. Gemeinsam wurde viel Pionierarbeit geleistet. Und unsere Vermutung hat sich bestätigt: Das kontaktlose Zahlen am TOPP hat das Potenzial, stark vom Bargeld dominierte Marktsegmente für Kunden und Händler für die Zahlung mit girocard kontaktlos zu erobern!

Wie viele Händler waren denn am Versuch beteiligt, und wie viele Transaktionen wurden in dem Zusammenhang getätigt?
Insgesamt waren an dem Projekt 133 Händler und mehr als 470 installierte TOPPs beteiligt. Im Laufe des Jahres haben wir die Zahl der erfolgreichen Transaktionen auf über 10.000 monatlich gesteigert.

Was waren die größten Herausforderungen bei diesem Projekt?
Wir haben das TOPP ja hauptsächlich an Verkaufsautomaten getestet. Zum Beispiel im Bereich Kundenansprache fehlt am Automaten naturgemäß ein Mitarbeiter, der auf die neue Bezahlmöglichkeit hinweist und bei Bedarf hilft. Hier mussten wir mit ganz deutlichen Hinweisen nachbessern, damit der Kunde das TOPP überhaupt wahrnimmt. Eine weitere Herausforderung lag und liegt in der Nachrüstung der älteren Automatentypen, was sowohl die Mechanik als auch die oft nicht mehr aktuelle Software betrifft. Das lässt sich aber alles lösen.

Und wie ist die Resonanz bei den Automatenbetreibern?
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Händler sehr an technischen Neuerungen interessiert sind, die ihnen beim reibungslosen Betrieb ihrer Automaten von Nutzen sind. Und TOPP bietet dafür die besten Voraussetzungen. Es kann beispielsweise Vandalismus am Automaten reduzieren und hat einen deutlich geringeren Wartungsaufwand als herkömmliche Terminals. Nicht zu vergessen die Möglichkeit, den Umsatz zu steigern.

Welche Vorteile hat der Kunde von der neuen Technologie?
Bei Verbrauchern ist eine deutlich steigende Tendenz zum bargeldlosen Bezahlen, auch von Kleinstbeträgen, zu erkennen. Jeder kennt den ärgerlichen Moment: Man steht z.B. vor einem Getränkeautomaten, würde gerne etwas zu trinken kaufen, hat aber kein Kleingeld! Das wird es zukünftig nicht mehr geben! Bezahlen wird moderner, einfacher und schneller.

Wie haben die Kunden reagiert? Gab es hohe Abbruchraten?
Die Kunden haben sehr positiv auf das neue System reagiert. Gegen Ende des Projekts lag die Abbruchquote, weil ausnahmsweise eine PIN erforderlich war, an den mit einem TOPP ausgestatteten Automaten bei rund 0,7 Prozent. Das ist, wie ich finde, ein sehr guter Wert! Der Abbruch in solchen Einzelfällen ist damit zu begründen, dass die PIN gelegentlich auch bei Zahlungen unter 25 Euro abgefragt wird, um durch die Verifizierung des Karteninhabers einen zusätzlichen Schutz zu gewährleisten.

Wie geht es nun weiter? In welchen Bereichen wird diese Technologie in Zukunft eingesetzt werden?
Überall da, wo kleinere Beträge zu bezahlen sind, kann TOPP zum Einsatz kommen und wird dann sehr schnell hohe Akzeptanz erringen. Denken Sie an den Waschsalon um die Ecke, den Automaten für Getränke, Süßigkeiten oder Zigaretten. Möglich sind auch Spendenterminals, Schließfächer sowie Golfballautomaten auf der Driving Range und vieles mehr! Die Einsatzmöglichkeiten für TOPP sind nahezu unbegrenzt!

 

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Blasche.




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