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27.06.2019

15 Jahre Aufklärung rund um Zahlungskarten

Geburtstag kartensicherheit.de: Ein Jubiläumsrückblick.

Mit Mythen aufgeräumt, Tabus gebrochen, Licht ins Dunkel gebracht, Verbrechern auf die Schliche gekommen ... unsere Bilanz ist so stolz wie spannend.

Lesen Sie Ihren Newsletter gerade auf dem Smartphone, so wie immer mehr Leute? Geben Sie es zu: Sie nehmen es heute selbstverständlich, dass es kartensicherheit.de gibt, mit diesem Newsletter und allen übrigen Leistungen. Dabei war die Geburt dieser Instanz keine leichte in 2004, dem Jahr, als ein Tsunami in der indischen Ozeanregion die Welt erschütterte und ein Collegejunge Facebook startete.

Tabu-Bruch oder: Was die Gründer wollten
„Schweigen ist Gold, war vor 15 Jahren noch oft die Devise seitens der deutschen Kreditwirtschaft zum Thema Zahlungskartenbetrug.", so beschreibt Margit Schneider das Klima für den Vorstoß von kartensicherheit.de damals. Die Leiterin Sicherheitsmanagement Zahlungskarten bei der EURO Kartensysteme GmbH, dem Betreiber der Webseite, und ihre Mitstreiter hatten eine klare Motivation: „Wir wollten dem Betrug offensiv begegnen! In der Öffentlichkeit kursierten etliche Falschmeldungen und Gerüchte. Die Journalisten gingen eher Mythen nach, zum Beispiel sei die PIN auf dem Magnetstreifen der Karte gespeichert. Keiner wusste etwas von Geldautomatenmanipulation und der geplanten, kostenintensiven EMV-Chip-Migration. Die Fakten waren schwer zu greifen. Wir hielten es für besser, die Karteninhaber offen zu informieren, wo Gefahren lauern. Und die Journalisten anzuhalten, differenzierter über Betrug zu berichten, etwa zu unterscheiden bei den Aktionsfeldern Technik und Verhalten. Wir wollten uns den Fragen stellen: Woher kommt der Betrug? Was tun die deutsche Kreditwirtschaft und die am kartengestützten Zahlungsverkehr Beteiligten dagegen und was können Karteninhaber beitragen?"

„Vorsicht, Falle!" oder: Aufklärung und Prävention
Betrug war mehr und mehr zum Thema geworden. Margit Schneider erinnert sich an die Anfänge: „2004 hatten wir signifikante Anstiege von Datenabgriffen in bestimmten Urlaubsregionen verzeichnet – kartensicherheit.de konnte gleich die Institute, die Polizeibehörden und die Reisenden vorwarnen."

Vorwarnen, erklären, Transparenz schaffen, vorbeugen ... die Ziele von kartensicherheit.de sind bis heute gleich geblieben. Der Erklräungsbedarf geht ja auch nie aus, denn der technische Fortschritt schläft nicht. „Als zum Beispiel der EMV-Chip kam, verstanden viele nicht, dass durch diese Technologie die Kartenechtheit geprüft werden kann und eine Haftungsumkehr für Betrugstransaktionen stattfindet – für die Partei (kartenausgebendes Institut oder Terminalbetreiber), die noch nicht auf die neue Technologie umgestellt hatte.", erläutert Schneider.

Natürlich haben die Bürger immer wieder Fragen; oft richten sie sich an den Verbraucherschutz, in der Regel schimpfen sie auf ihren Zahlungsdienstleister. „Auch die Verbraucherzentralen spiegeln uns wider, wie wichtig unsere Aufgabe ist, die Bürger aufzuklären – auch über ihre Eigenverantwortung. Wenn jemand sein Portemonnaie im abgeschlossenen Pkw liegen lässt, ist das grobe Fahrlässigkeit. Wenn jemand nach einer Großveranstaltung nicht nachschaut, ob sein Geldbeutel noch in der Tasche ist, handelt er grob fahrlässig. Das bedeutet: Kein Schadensersatzanspruch! Solche Haftungsfragen illustrieren wir dann beispielsweise durch aktuelle Gerichtsurteile."

„Dschungelkönige" oder: Arbeitserleichterung, Systematisierung, Zentralisierung
Mit der Digitalisierung wächst der Dschungel. Die Informationswege von Finanzinstituten, technischen Entwicklern, Behörden und Organisationen sind weit verzweigt. kartensicherheit.de führt sie regelmäßig zusammen, auch als Newsletter. Über den Premiumbereich können sich Institutsmitarbeiter und Polizeibehörden umfassend informieren. Auch Warnmeldungen lassen sich hier schnell verbreiten. „Etwa 2010 gab es eine Hochphase," erinnert sich Margit Schneider, „wir hatten auf kartensicherheit.de über zwanzigtausend Zugriffe pro Monat, da sich viele über den Modus Operandi „Manipulationen und Kartenfälschungen" informieren wollten. Die Betrüger hatten Magnetstreifen geskimmt, PINs videofotografiert. Also mussten die betreffenden Karten gesperrt und der Austausch organisiert werden." In den Jahren der betrügerischen Hochkonjunktur bot kartensicherheit.de zudem einen Argumentationsleitfaden für Institutsmitarbeiter gegenüber Kunden, Journalisten und Polizei – und passte sie zweimal pro Jahr an neue Verhältnisse an. Auf diese Weise konnte das Betrugsbild und die vielseitigen Maßnahmen transparent gegenüber Kunden und Presse wiedergegeben werden, wie. z. B. dass der Kunde Schäden aus Kartenfälschungen durch Dritte nicht zu tragen hat.

Und noch ein wichtiges Beispiel fürs gelichtete Chaos: Durch die Liberalisierung am Kartenmarkt gab es unzählige Sperrnummern. Die Verbraucher waren verwirrt; nirgends waren die Sperrnummern zusammengeführt und erklärt. kartensicherheit.de informierte alle Beteiligten über den zentralen Sperr-Notruf 116116. Inzwischen steht die Rufnummer auf fast allen Webseiten der Institute, der Verbraucherzentralen und auch der öffentlichen Behörden.

Klarheit bei Betrugsfällen im unbaren Zahlungsverkehr
„Auf kartensicherheit.de bieten wir den Instituten und auch den Polizeibehörden Schulungen an. Wir zeigen auf, wonach die Ermittler überhaupt schauen und suchen sollen, wie beispielsweise die kartenausgebende Bank oder Sparkasse ermittelt werden kann und wie man ggf. an Video-Aufnahmen ausländischer Geldautomaten gelangt. Wir können immer wieder aufklären helfen, wie die Täter vorgehen. Mittlerweile gilt es auch, Trittbrettfahrer zu enttarnen.", so Schneider. Dann kann kartensicherheit.de den Ermittlern die Hintergrundinfos zu der Frage liefern, ob ein Karteninhaber, der sich als Opfer eines Betrugs ausgibt, nicht in Wahrheit der Betrüger ist.

Wenn in diesem September die Konferenz kartensicherheit.de mittlerweile zum 15. Mal tagt, ist eines sicher: Dem Expertenforum zur Prävention und Kommunikation, das sich in der Finanzbranche längst fest etabliert hat, gehen die Themen auch in Zukunft nicht aus.




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