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27.04.2016

EAST-Jahresbericht 2015: Sprunghafter Anstieg der Skimming-Schäden außerhalb Europas

Vermehrte Skimming-Angriffe und physische Attacken auf Geldautomaten mit teilweise drastisch gestiegenen Schäden – die diesjährige EAST-Statistik weist in nahezu allen Kategorien eine Verschlechterung der Lage aus. So entstanden die Kartenfälschungsschäden vor allem in den USA und im asiatisch-pazifischen Raum, wo der EMV-Sicherheitsstandard noch nicht flächendeckend eingeführt ist.

Dem aktuellen „European ATM Crime Report 2015“ zufolge stiegen die Gesamtschäden durch Skimming-Angriffe auf Geldautomaten im Vorjahresvergleich um 17% von 280 Mio. Euro auf 327 Mio. Euro, – der höchste Wert seit 2008. Der Löwenanteil entfiel wieder auf internationale Skimming-Schäden, die von 238 Mio. Euro auf 274 Mio. Euro und damit um 15% zugelegt haben. Die USA und der asiatisch-pazifische Raum waren laut EAST die Haupteinsatzländer von Kartenfälschungen. Innerhalb Europas weist die Statistik eine 19-prozentige Zunahme der Skimming-Schäden aus, und zwar von 37 Mio. Euro auf 44 Mio. Euro. 

Die Anzahl der Skimming-Attacken auf Geldautomaten stieg binnen Jahresfrist von 15.702 auf 18.738, hauptsächlich wegen der Zunahme des Modus Operandi „Transaction Reversal Fraud (TRF)“ von 160 auf 5.104. Die Card Trapping-Angriffe legten nach Anzahl auf 6.352 von 5.298 zu.

Lachlan Gunn, EAST Direktor und Coordinator, kommentierte die aktuellen Zahlen laut EAST-Pressemitteilung wie folgt: „Regionales Card-Blocking, oftmals auch als Geo-Blocking bekannt, verhindert internationale Skimming-Schäden nur dort effektiv, wo es auch tatsächlich umgesetzt wird. Der weitere Anstieg dieser Schäden ist für Europa durchaus Besorgnis erregend.“

Physische Angriffe auf Geldautomaten
Detailergebnissen der EAST-Statistik zufolge nahm die Anzahl der physischen Angriffe auf Geldautomaten gegenüber 2014 um 34% auf 2.657 zu. Die mit Sprengstoff oder Gas verursachten Attacken stiegen um 9%, und in der Kategorie Diebstahl weist die Statistik eine Zunahme von 60 Fällen im Vorjahr auf 838 aus. Folglich stiegen auch die Gesamtschäden in der Rubrik physische Angriffe um 81% auf 49 Mio. Euro. Der durchschnittlich angerichtete Schaden pro Geldautomaten belief sich auf 16.716 Euro.

Die 22 Länder, deren Daten in die aktuelle Erhebung eingeflossen sind, zählten per 31. Dezember 2015 insgesamt 370.429 Geldautomaten.

EAST, der auch die EURO Kartensysteme angehört, wurde Anfang 2004 als freiwilliger Verbund zur Bekämpfung der Kriminalität an Geldautomaten in Europa gegründet. Das Team von EAST setzt sich aus Polizei-, Ermittlungs- und Strafverfolgungsbehörden sowie kreditwirtschaftlichen Vertretern und Kartenorganisationen aus 28 Ländern Europas zusammen. EAST wird von Europol, dem Europäischen Polizeiamt in Den Haag, unterstützt.

Der komplette EAST-Jahresreport 2015 steht registrierten Nutzern der EAST-Website unter www.european-atm-security.eu zur Verfügung. Hier finden Sie ebenfalls Hinweise, wie Sie Abonnent werden können.




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