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26.08.2015

Starker Anstieg der Skimming-Schäden in den USA

Während die Skimming-Schäden in Deutschland seit der Einführung des EMV-Chipstandards drastisch gesunken sind, steigen sie in den USA, wo bisher nur wenige Kartenemittenten auf den EMV-Standard umgestellt haben, rasant an. Dies vermeldet Presseberichten aus den USA zufolge das US-Analytics- und Softwareunternehmen FICO mit Hauptsitz in San José, Kalifornien. Das Unternehmen bietet auch Technologien zur Betrugserkennung für Finanzdienstleister an. Deutsche Experten hatten vor dieser Entwicklung bereits seit langem gewarnt.

Um ganze 174% seien die Schäden gestiegen, die durch Manipulationen von Geldautomaten mit Skimming-Gerätschaften entstanden sind. Dahinter stecken dem Bericht zufolge organisierte Kriminelle, die die Magnetstreifendaten und Geheimnummern von Debitkarten mittels Kameras ausspähten und mit Kartenfälschungen im Ausland die Bankkonten der betroffenen Karteninhaber plünderten. Bestätigt werde diese Entwicklung auch vom Geldautomatenhersteller NCR, der seine Kunden Ende Juli 2015 darüber informierte, dass die Skimming-Attacken insbesondere in den USA und Mexiko zugenommen hätten. Einem NCR-Pressesprecher zufolge belaufen sich die Skimming-Schäden weltweit auf 3 Mrd. US-Dollar.

Immer ausgefeiltere Skimming-Technologien im Einsatz
Dass sich die Lage dermaßen verschlimmert habe, sei laut NCR-Experte Owen Wild auch darauf zurückzuführen, dass die Skimming-Gerätschaften in jüngster Zeit nicht mehr wie bisher üblich am Karteneinzugsschlitz angebracht seien, wo sie zum Beispiel durch Rütteln leicht erkennbar und abnehmbar sind. Vielmehr setzten die Kartenkriminellen immer häufiger Skimmer tief im Innern des Karteneinzugsschachtes ein, wo sie von außen unsichtbar seien. Zugenommen hätten auch die Fälle, bei denen Geldautomaten aufgebohrt worden seien, um an passender Stelle Kopierinstrumente anzubringen. Anschließend seien die Bohrlöcher dann mit Aufklebern verdeckt worden. Das Tückische daran: Mit diesen Geräten ließen sich Anti-Skimminig-Technologien, wie sie in US-Geldautomaten verwendet werden, leicht überlisten, so Wild.

Erste Betrugsversuche mit US-Kartendubletten auch in Deutschland
Susanne Kreuzer, Referentin in der Abteilung Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten bei der EURO Kartensysteme und Board Director bei EAST, berichtet von ersten Betrugsversuchen mit US-Kartenfälschungen auch an deutschen Geldautomaten. „Anfang August 2015 wurden in Schleswig-Holstein drei Männer festgenommen, die mit totalgefälschten US-Karten Geld am Automaten erfolgreich abheben konnten.“ Allerdings werden derartige Schäden den US-Kartenherausgebern belastet. 

Kreuzer erinnert sich, wie Referenten des US Secret Service bei der EAST-Konferenz im April dieses Jahres von den enormen Zuwachsraten der Skimming-Schäden in den USA berichteten. „Seit Jahren warnen wir davor, dass die Kartenkriminellen ihre Machenschaften mangels EMV-Standard in den USA über den Teich verlagern – und sind bisher immer belächelt worden,“ so Kreuzer. „Die jetzige Entwicklung war seit Jahren vorhersehbar. Nur dass sich die Situation umgekehrt hat: Kriminelle mit amerikanischen Karten sind jetzt an deutschen Geldautomaten aktiv.“




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