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26.11.2015

Interview: „paydirekt ist das neue und sichere Online-Bezahlverfahren der deutschen Banken und Sparkassen“

Das neue Online-Bezahlverfahren paydirekt ist eine branchenweite Kooperation der deutschen privaten und genossenschaftlichen Banken sowie der Sparkassen. Im Interview mit kartensicherheit.de gibt Dr. Helmut Wißmann, Geschäftsführer der paydirekt für Operations  IT, Datenschutz und Sicherheit, Auskunft über den Starttermin, die Vorteile für Kunden und Händler sowie über die Sicherheit und Datenschutzbestimmungen bei paydirekt.

kartensicherheit.de: Der Presse ist zu entnehmen, dass paydirekt im Kreis der Pilotbanken an den Start gegangen ist. Wie funktioniert denn das Verfahren?
Dr. Helmut Wißmann:
Ja, seit Anfang August läuft unsere Pilotphase und wir sind sehr zufrieden. Wie funktionierts? Denkbar einfach. Sie registrieren sich einmalig in Ihrem Online-Banking und vergeben Nutzernamen und Passwort. Dann können Sie Ihre Online-Einkäufe einfach und direkt von Ihrem Girokonto und ohne zwischengeschaltete Dritte bezahlen. Dazu wählen Sie im teilnehmenden Shop paydirekt als Bezahlmethode aus und geben Ihre Zahlung ganz einfach mit Nutzernamen und Passwort frei. In Einzelfällen erfolgt zusätzlich die Abfrage eines zweiten Faktors, dazu nutzen Sie Ihr gewohntes Tan-Verfahren aus dem Online-Banking Ihrer Bank oder Sparkasse. Völlig unkompliziert, sicher und vertraut. 

Paydirekt Schaubild

Was sind die Vorteile von paydirekt für den Kunden?

Da gibt es viele. Zunächst natürlich die hohe Vertrauenswürdigkeit, da paydirekt ein Verfahren der eigenen Bank oder Sparkasse ist. Dann die Sicherheit durch die Anbindung ans Girokonto und die Nutzung sicherer Infrastrukturen. Für viele Kunden ist außerdem der Datenschutz ein Thema: Ihre Bankdaten bleiben bei Ihrer Bank oder Sparkasse und es gibt keine zwischengeschalteten Drittanbieter. Auch Ihre Warenkorbdaten werden nicht weitergegeben. Transparenz haben Sie durch Benachrichtigungsfunktionen und das Transaktionsjournal.

Wie sicher ist paydirekt?

Sicher. Bei der Entwicklung von paydirekt haben wir, gemeinsam mit den beteiligten Kreditinstituten, hohe Ansprüche an die Sicherheit gestellt. Wir nutzen aktuelle und sichere Technologien u. a. zur Verschlüsselung. Das ist uns auch von unabhängigen Zertifizierern bestätigt worden. Und natürlich werden wir kontinuierlich weiter in unsere Sicherheitstechnologie investieren, um unseren Kunden durchgängig ein sicheres Bezahlverfahren zu bieten.

Wie sieht es in Sachen Datensicherheit konkret aus?
Weder paydirekt noch die Banken oder Sparkassen verkaufen die Warenkorb-Informationen des Nutzers. Selbstverständlich verbleiben alle sensiblen Kontodaten bei der Bank oder Sparkasse in sicheren Infrastrukturen, der Online-Shop erhält keinen Zugriff. Und Kundendaten werden ausschließlich auf Servern in Deutschland gehostet.

Gibt es auch eine paydirekt-App?
Ja. Wir sind – zunächst für die Pilotkunden - im Oktober mit einer eigenen App für iOS und Android in die mobile Welt gestartet. Wer bei einer der Partnerbanken (u.a. Commerzbank‚ HVB, comdirect, Deutsche Bank, Volks- und Raiffeisenbanken) ein Girokonto besitzt, kann sich nach der Markteinführung von paydirekt mit seinen Nutzerdaten über die App anmelden und seine paydirekt-Transaktionen im Auge behalten. Smartphone-Nutzer können sich per Push-Nachricht über Abbuchungen benachrichtigen lassen und potenzielle Betrugsfälle per App melden.

Welchen Käuferschutz bietet paydirekt?
Liefert ein Händler einmal nicht, genießen die Kunden den Käuferschutz von paydirekt. Der Reklamationsservice von paydirekt übernimmt in diesem Fall die Kontaktaufnahme zum Händler. Kann der Versand der Waren nicht nachgewiesen werden, erhalten die Kunden ihr Geld zurück.

Ab wann können die Käufer paydirekt für ihre Online-Einkäufe nutzen und wie können sie teilnehmen?
Erste Banken werden paydirekt Ende 2015 ihren Kunden anbieten. Dafür hat jedes Institut einen eigenen Zeitplan und wird mit geeigneten Kommunikationsmaßnahmen die Kunden informieren. Um sich für paydirekt registrieren zu können, benötigen Sie lediglich ein Girokonto bei einer teilnehmenden Bank oder Sparkasse, einen Online-Banking-Zugang sowie eine E-Mail-Adresse.

Man wird nur dort online einkaufen können, wo dem Käufer paydirekt angeboten wird. Wie werden Sie Händler überzeugen, paydirekt als Bezahlvariante anzubieten?
Durch die Autorisierung der Zahlung durch die Bank oder Sparkasse des Kunden hat der Händler Zahlungs- und Transaktionssicherheit. Und auch das Datenschutzthema ist ein gutes Argument, kein Händler ist daran interessiert, dass die Warenkorbdaten seiner Kunden an Dritte weitergegeben werden. Die technische Anbindung ist ebenfalls denkbar einfach. Und nicht zuletzt hoffen die Händler auf eine Belebung des Wettbewerbs durch einen neuen Anbieter.

Herr Dr. Wißmann, herzlichen Dank für das Gespräch.